Ist die Ernährung nach den 5 Elementen der TCM nicht alltagstauglich?

In den letzten Monaten habe ich die wohl wichtigste Erkenntnis meiner Ernährungskarriere gemacht, die ich heute mit dir teilen möchte. Als ich vor ein paar Jahren begann mich mit vielen verschiedenen Ernährungsstilen auseinander zu setzten und begann herumzuexperimentieren, war mein Bücherregal bereits ziemlich voll mit Fachliteratur und Kochbüchern. Hauptsächlich die Ernährung nach den 5 Elementen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) hat mein Interesse geweckt. Doch soll ich dir etwas verraten? Ich habe kein einziges dieser TCM Fachbücher bis zum Schluss gelesen! Spätestens nach der Hälfte habe ich es immer aufgegeben und zurück in mein Bücherregal gelegt. Ich war verwirrt und verunsichert. Doch das Interesse ließ mich nicht los! Ich wollte dem Rätsel der TCM Ernährung auf die Spur kommen und vor allem meine Gesundheit mit dieser Ernährungsform unterstützen, und daher habe ich mir noch ein Buch und noch ein Buch gekauft.

 

Diese Erfahrung habe leider nicht nur ich gemacht, sondern auch sehr viele Menschen, mit denen ich ins Gespräch über die TCM komme. Zu Beginn erscheint die TCM Ernährung sehr logisch und zusammenhängend: die 5 Elemente und die jeweiligen Zuordnungen von Mensch und Natur kommen schlüssig daher und man findet sich in vielen, der beschriebenen Symptomen wieder. Doch dann stehst du in der Küche und überlegst krampfhaft, welchem Element das LEBENSmittel, das du gerade in der Hand hältst, zugeordnet wird. Du versuchst dich zu erinnern, in welcher Reihenfolge die einzelnen Zutaten deiner Speise beigemengt werden.

Und irgendwann, wenn es um Begriffe wie Nässe, kostbare Säfte, Qi und Blut geht, gibst du auf. Du bist verunsichert, welches der LEBENSmittel nun zu meiden und welches zu bevorzugen ist. Dich verwirren vielleicht auch die vielen Geschmäcke und deren Wirkung auf die einzelnen Organe, und am Schluss bist du der Meinung, dass die TCM Ernährung absolut nicht alltagstauglich und schon gar nichts für dich ist.

 

Wenn ich sowas höre, dann macht mich das sehr traurig! Denn seit ich die Ausbildung zur Ernährungsberaterin nach der TCM absolviert habe, ich bin davon überzeugt, dass die TCM Ernährung für jeden Menschen EINFACH und UNKOMPLIZIERT umsetzbar ist. Diese Überzeugung habe ich mir zur Aufgabe gemacht! Und aus diesem Grund liest du heute auch diesen Blogbeitrag von mir. Ich möchte dir heute zeigen, was wirklich RELEVANT und WICHTIG ist in der TCM Küche und wie du dieses Wissen sofort umsetzen kannst. Und ganz unten in meinem Blogbleitrag habe ich noch einen tollen BONUS für dich, denn du dir auf keinen Fall entgehen lassen solltest :-)

 

Vergiss einfach mal

  • Die 5 Elemente mit den vielen Organzuordnungen
  • Das „Kochen im Kreis“, über das du möglicherweise lange grübelst
  • Die oft verwirrende Zuordnung der einzelnen Geschmäcke
  • Und die vielen komplizierten Denkmuster und Zusammenhänge

 

Meiner Erfahrung nach, ist es das Wichtigste zu erkennen, ob du ein Yang-Mangel oder ein Yang-Fülle Typ bist.

 

Wenn du zu Yang-Mangel tendierst, also zu einem Mangel an Wärme in deinem Körper, dann findest du dich in einigen der folgenden Symptome wieder:

  • Du leidest unter Kälte – kalte Hände, kalte Füße, kalte Oberschenkel, kalter Po
  • Du neigst zu Übergewicht
  • Du bist ständig müde und antriebslos – auch nach dem Essen
  • Du hast Probleme mit der Verdauung: Blähbauch, Durchfall oder Verstopfung, die nicht übelriechend sind
  • Du kennst depressiven Verstimmungen
  • Du leidest unter Rückenschmerzen, die sich im Liegen verschlechtern
  • Oder bei dir und deinem Partner will es nicht mit dem Babywunsch klappen

 

Im Gegenzug kämpft der Yang-Fülle Typ mit zu viel Hitze im Körper:

  • Dir wird schnell heiß
  • Du schwitzt viel und vielleicht sogar auch nachts
  • Du neigst zu Bluthochdruck
  • Dein Gesicht wird schnell rot
  • Du kämpfst mit Sodbrennen oder Gastritis
  • Du leidest unter Akne oder roten, juckenden Hautausschlägen
  • Du tendierst zu übelriechendem Stuhl oder sogar zu Verstopfung
  • Dein Urin ist trüb und konzentriert
  • Und du neigst zu Jähzorn, Aggression und Wut

 

Das Verständnis über die Thermik deines Körpers ist der Ausgangspunkt dafür, welche LEBENSmittel dich am besten unterstützen.

 

Wenn du nämlich zu Yang-Mangel, also zu Kälte tendierst, dann solltest du deine Mitte, deine Verdauung und Resorption mit erwärmenden LEBENSmitteln, Gewürzen und Kräutern stärken und auf Abkühlendes weitgehend verzichten. Vor allem bei kaltem Wetter, und im Winter sowieso.

 

Was dir gut tut sind:

  • Warme, gekochte Speisen, Backrohrzubereitung, Grillen oder Garen
  • Ein warmes Frühstück
  • Suppen, Eintöpfe oder Currys
  • Getreide, vor allem Hafer, Grünkern, Buchweizen, süßer Reis oder Hirse
  • Gemüse in allen Farben und Formen
  • Fleisch wie Rind, Huhn, Wild oder Lamm, aber auch Fisch
  • Hülsenfrüchte
  • Zwiebel, Knoblauch und Lauch
  • Verdauungsfördernde und wärmende Gewürze wie Kardamom, Ingwer, Fenchel, Rosmarin, Muskat, Zimt, Sternanis, Pfeffer oder etwas Chili
  • Yogitee, Ingwerwasser, oder ab und zu ein Glas Rotwein
  • Salate oder etwas rohes Gemüse solltest du nur als Beilage verwenden und nicht als Hauptspeise essen
  • Auf Joghurt und Milchprodukte solltest du weitgehend verzichten
  • Und auch Obst, Beeren und vor allem Südfrüchte solltest du, vor allem bei kaltem Wetter, meiden, oder dir als Kompott mit wärmenden Gewürzen zubereiten
  • Sojamilch und Sojaprodukte sind thermisch eiskalte, und darauf solltest du am besten verzichten
  • Mit Zucker solltest du sehr sparsam umgehen

 

Findest du dich im Yang-Fülle Typ wieder, und kämpfst mit Hitze Symptomen, dann solltest du auf alle erhitzenden und thermisch heißen LEBENSmittel verzichten und auf deine kostbaren Körpersäfte Acht geben. Kostbare Körpersäfte wirken wie eine kleine Klimaanlage in deinem Körper, und du kannst sie über thermisch erfrischende LEBENSmittel gut aufbauen. Trotzdem solltest du deine Mitte nicht zu stark abkühlen und schwächen!

 

Was dir gut tut:

  • Warme, gekochte Speisen, Dünsten, Dämpfen, sanfte Kochmethoden
  • Ein warmes Frühstück, aber ohne erhitzenden Gewürzen wie Zimt, Nelken, Sternanis oder Pfeffer
  • Suppen, Eintöpfe
  • Getreide, vor allem Reis, Hirse, Dinkel, Gerste, Mais
  • Gemüse in allen Farben und Formen
  • Fleisch wie Rind oder Huhn und auch Fisch
  • Hülsenfrüchte
  • Etwas Algen in der Suppe
  • Sojamilch oder Sojaprodukte wie Tofu, oder Würzen mit etwas Sojasauce
  • Etwas Joghurt mit Soda gespritzt kann fein sein zur Kühlung
  • Salate oder etwas rohes Gemüse solltest du bei jeder Mahlzeit einbauen und kannst sie ab und zu auch als Hauptspeise genießen, aber trotzdem mit gekochten Komponenten, wie zum Beispiel etwas Kartoffelsalat, Rindfleisch oder Getreide kombinieren
  • Obst und Beeren, auch als Kompott zubereitet, bauen deine kostbaren Körpersäfte auf
  • Kardamom, Ingwer, Fenchel, Rosmarin, Majoran, Thymian oder Kümmel sind thermisch warm und wirken verdauungsfördernd
  • Mit Zwiebel, Knoblauch und Lauch solltest du sehr sparsam umgehen

 

Wenn du deine Ernährung umstellen musst oder möchtest, dann empfehle ich dir deine Woche gut vorzuplanen.

 

So kannst du Heißhungerattacken, kalte Speisen oder Verzweiflung in Restaurants vermeiden. Du hast die richtigen LEBENSmittel zum Kochen zuhause und sparst dir kostbare Zeit!

 

Überlege dir im Voraus:

  • Wann ist es dir möglich vorzukochen?
  • Welche Komponenten des Abendessens kannst du zum Beispiel am nächsten Tag für ein warmes Frühstück nutzen?
  • Wann isst du auswärts und kannst schon vorab die Speisekarte des Lokals checken?

 

Dieser Artikel ist hier leider zu Ende. Möchtest du noch mehr über die TCM Ernährung erfahren und sehen, wie einfach und unkompliziert du sie in deinen Alltag integrieren kannst? Dann schließe dich mehr als 1.500 TCM-DurchstarterInnen an und hole dir den 3 Wochen online TCM Durchstarter Kurs! Ich freue mich auf dich!

Deine Anna

:-)

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Anna Reschreiter - Dipl. TCM Ernährungsberaterin

Anna ist Bloggerin und Ernährungsberaterin nach der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Auf ihrer Online Plattform www.annatsu.at ist es ihr eine Herzensangelegenheit zu vermitteln, dass die TCM Ernährung einfach, alltagstauglich und für jeden anwendbar ist. Ihren Blog lesen mittlerweile monatlich mehr als 15.000 Personen. Ihr Wissen vermittelt Anna in themenspezifischen eBooks , in Vorträgen, aber auch in ihrem 3 Wochen Online Kurs „TCM Ernährung geht ganz einfach!“, der bereits mehr als 1.600 TeilnehmerInnen zählt. In diesem Kurs führt sie in 21 Modulen Schritt für Schritt an die TCM Ernährung heran.

Annas Leidenschaft gehört ihrer Arbeit, dem Kochen, Essen, Genießen, körperlicher und geistiger Bewegung.

Ihr Herz gehört ihrem kleine Sohn und ihrem Mann, mit denen sie am Stadtrand von Wien wohnt und das Leben genießt.

 

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There are 4 comments on this post

  1. eugenia polites
    12 Stunden ago

    hallo Anna, ich finde schon, das die tcm ernaehrung etwas komplizierter und zeitaufwaendiger ist also die „herkoemmliche gesunde ernaehrung“. ausserdem muss ich auch auf sehr viel verzichten. besonders wenn man ein mischtyp ist, so wie ich. Ich versuche trotzdem weiterhin mein bestes. vielleicht hast du fuer mischtypen auch ein paar tipps!

    Reply
    1. Anna Reschreiter
      Anna Reschreiter Author
      9 Stunden ago

      Hallo liebe Eugenia,

      dankeschön für deinen Beitrag! Im Grunde kannst du jedes deiner Lieblingsgerichte nach der TCM Kochen, indem du die Zutaten im Kreislauf der Elemente durchgehst. Dadurch werden deine Speisen schon ein stückweit bekömmlicher. Auch mit verdauungsfördernden Kräutern und Gewürzen kannst du dich wunderbar unterstützen. Ich finde, das macht die TCM Ernährung so unkompliziert und alltagstauglich, weil sie nichts ausschließt. Natürlich, wenn es um Beschwerden geht, ist Verzicht angesagt, oder zumindest Mäßigung. Wenn Hitze & Kälte gleichzeitig in deinem Körper vorerrschen, dann ist es am besten, wenn du dich so ausgewogen und bekömmlich wie möglich ernährst.
      Was fällt dir denn am schwersten umzusetzen oder zu verzichten?

      Alles Liebe,
      Anna

      Reply
      1. eugenia polites
        13 Stunden ago

        am schwersten faellt es mir auf meine zwischenmalzeiten in form von knabberein zu verzichten. da ich nicht dick bin und energie brauche wuerde es mir nichts ausmachen eine halbe packung nuesse zu verdruecken. da, ich Aber unter hitze und verschleimung leide muss ich mich ziemlich zurueckhalten. stattdessen muss ich mir einen brei kochen kompliziert, oder?

        Reply
        1. Anna Reschreiter
          Anna Reschreiter Author
          1 Stunde ago

          Wenn du dir einen Brei in der Früh kochst, dann vermeide Haferflocken, da du zu Hitze neigst. Reis, Hirse, Dinkel sind wunderbar. Wenn dir der Brei zu warm ist in der Früh, dann kannst du dir auch eine Eierspeise mit kühlenden Gemüse zubereiten: Tomaten, Zucchini, Pilze, Kohlrabi,… Ein Grießbrei schmeckt auch wunderbar, wenn er bereits ausgekühlt ist. Beeren und frisches Obst werden wird auch gut tun. Iss mal einen Apfel oder eine Birne dazwischen um auch damit deine Säfte aufzubauen. Alles Liebe, Anna :-)

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