Warum du auch im Sommer Gekochtes essen solltest

Warum du, laut der TCM, auch im Sommer Gekochtes essen solltest

 

Hallo Sommer! Endlich bist du da, und ich freue mich riesig über dein Erscheinen, denn ich habe dich schon lange ersehnt. Dieses Wochenende hatten wir in Wien zum ersten Mal in diesem Jahr Temperaturen an die 40 Grad. Es war wirklich so richtig heiß ;-) Und bei diesen heißen Temperaturen werde ich oft gefragt, welche LEBENSmittel ich als Ernährungsberaterin nach der Traditionellen Chinesischen Medizin empfehle. Wie es denn so ausschaut mit Grillen, Saucen, Cocktails, Salaten und Smoothies. Lass uns heute beleuchten, welche Tipps die TCM auf Lager hat, damit du gut abgekühlt, vital, aktiv und gesund durch heiße Sommertage kommst.

 

Die Verlockung ist ja groß sich bei brütend heißen Temperaturen nur an abkühlende Speisen und eiskalte Getränken zu halten. Und ich gebe dir völlig Recht, denn ich genieße gerade im Sommer frische Salate aus eigenem Anbau. Die Radieschen sind schon essbereit, nur die Gurken, Tomaten, der Paprika, Kohlrabi und Zucchini lassen noch auf sich warten. Ab und zu ein feines Eis kann auch was. Aber, so wie es eben oft ist: auf die Menge kommt es an!

 

Wie wirkt Sommerhitze aus Sicht der TCM auf deinen Körper?

Sommerhitze wird als das „große Yang“ bezeichnet. Yang ist Wärme, Energie, Bewegung. Brütende Sommertemperaturen heizen dir so richtig ein: deine Yang-Wurzel in deinem Körper wird angeregt, dein Yang kann regelrecht „schießen“, wie es so schön in der TCM heißt, du schwitzt übermäßig viel, bist durch die Hitze müde, ausgelaugt und würdest dich am liebsten gar nicht bewegen und den ganzen Tag das Kühle Nasse eines Teiches oder den Schatten eines Baumes genießen.

 

Hitze, die deinen Körper strapaziert, lässt deine kostbaren Körpersäfte verdampfen.

 

Das merkst du nicht nur, weil dir der Schweiß aus allen Poren tritt, sondern auch an großem Durst, oft einer leichten Gewichtsabnahme in den Sommermonaten… oft nicht gerade das Unangenehmste ;-) Was aber unangenehm an Hitze in deinem Körper ist, sind vermehrt rote, entzündete Pickel, trockene Haut, unruhiger Schlaf, übelriechender Stuhl oder eine Neigung zu Entzündungen.

 

Kostbare Körpersäfte sind alle Flüssigkeiten wie deine Gelenksschmiere, Tränen, Schweiß, Flüssigkeiten, die deine Muskeln, Sehnen und deine Haut versorgen, aber auch Blut und Muttermilch. Diese Körpersäfte gilt es aufzubauen und zu schützen, denn sie wirken  wie eine kleine Klimaanlage in deinem Körper, befeuchten und kühlen ihn.

Wie baust du deine kleine Klimaanlage auf?

Deine Kühlflüssigkeit baust du am besten durch saftige Kochmethoden wie Kochen, Dünsten, Blanchieren, Dämpfen, aber auch durch Garen im eigenen Saft oder im Wasserbad zubereitet, auf. Gemüse, Obst und Beeren enthalten viel Wasser und sind somit säfteaufbauend. Sie sind thermisch kühlend bis kalt und reduzieren die Hitze in deinem Körper.

 

Trotzdem empfehle ich dir auch im Sommer ein gekochtes Frühstück zu essen. Gekocht muss nicht gleich heiß, sondern kann ruhig zimmertemperaturwarm sein. Dafür eignen sich gekochter Reis, Maisgrieß (Polenta), Dinkel oder Gerste. Du kannst das ganze Korn wählen, oder kochst ein Porridge aus Flocken. Fein und saftig wird dein Porridge, wenn du Obst vorher in etwas Wasser weich dünstest und dann die Flocken einrieseln lässt.

Wähle Obst wie Äpfel, Birnen, Marillen/Aprikosen oder Zwetschken/Pflaumen. Durch das Kochen (also Kompott) „yangisierst“ du die kühlende Wirkung vom Obst und es wird bekömmlicher. Mit Beeren und gehackten Nüssen garniert schmeckt so ein Porridge echt super lecker, auch an heißen Tagen.

Pass mit erhitzenden Gewürzen wie Zimt, Nelkenpulver oder Sternanis auf und greife lieber zu Kardamom, Vanille oder getrockneter Orangenschale. Sie sind thermisch nicht so heiß und fördern zusätzlich auch noch deine Verdauung. Bekommst du am Nachmittag immer Hunger und möchtest Heißhungerattacken am Abend vermeiden, dann richte etwas vom Porridge in einem verschraubbaren Glas an und nimm es mit in die Arbeit.

Mein Extratipp:

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Zum Mittag- oder Abendessen eignen sich vor allem Suppen aller Art. Besonders Suppen aus thermisch kühlenden Gemüsesorten wie Brokkoli, Blumenkohl, Zucchini, Auberginen, Champignons, Tomaten, Chinakohl oder Spinat sind ideal bei diesen heißen Temperaturen. Auch hier gilt: gekocht muss nicht heiß gegessen werden. Auch yiniges Getreide wie Reis, Dinkel oder Gerste mit gedünstetem Gemüse baut deine kostbaren Körpersäfte gut auf.

Gib auch etwas Miso oder Algen dazu um die kühlende Wirkung zu verstärken. Miso und Algen sind auch salzig, binden und bewahren somit, in kleinen Mengen genossen, die Säfte in deinem Körper.

Würze mit nicht erhitzenden Kräutern und Gewürzen wie Petersilie, Dille, Koriander, Kümmel, Majoran oder Rosmarin um die aromatische und verdauungsfördernde Wirkung zu nutzen. Jetzt wachsen sie im Sommer sowieso büschelweise, daher nutze Kräuter am besten in frischer Form und nicht getrocknet.

Und wie schaut es nun mit Salaten aus? Sie sind thermisch kalt und vertreiben Hitze. In Kombination mit etwas Gekochtem sind sie auch als Hauptspeise im Sommer ideal. Brate dir etwas Hühner- oder ein Rindfleisch ab, gib ein Glas gekochter Kichererbsen oder Kidneybohnen dazu, etwas gekochten, ausgekühlten Kartoffelsalat oder iss einen feinen, heimischen Fisch zu deinem Salat. Durch den gekochten Anteil wird die stark abkühlende Wirkung des Salates aufgefangen und somit deine Verdauung und Resorption geschont.

Auch Tofu wirkt kühlend und somit säfteaufbauend und passt ideal in die Sommerküche. Ein Klecks Joghurt zum Beispiel zu Tofulaibchen, oder zum Gemüse wirkt auch wunderbar kühlend.

 

Ja, jetzt ist Grillsaison, und vor allem, wenn du auch zu Hitze, also zu Yang-Fülle, außerhalb der heißen Monate neigst, solltest du besonders mit Gegrilltem und den Saucen Acht geben! Lammfleisch ist das erhitzendste Fleisch überhaupt und in gegrillter Form ein Supergau für deinen Körper. Auch Meeresfrüchte sind thermisch heiß und fördern toxische Prozesse. Wenn du sowieso zu Hautbeschwerden, hohem Blutdruck und Entzündungen neigst, dann bitte Finger weg. Auch Finger weg von Würsteln, Zwiebelsauce, Knoblauchsauce, Lauch, Schnittlauch, Tabasco, Chili, Muskat und Curry. Sie sind einfach thermisch viel zu erhitzend für dich.

Zum Grillen empfehle ich dir Gemüse in allen Farben und Formen, Fisch, Hühnerfleisch oder Rinderfleisch. Mariniere das Fleisch und mixe dir auch deine Saucen selbst. Nur so hast du die Kontrolle über die Gewürze und auch die Menge an Salz, die du verwendest. Was du auch unbedingt versuchen solltest ist gegrilltes Obst als Nachspeise: Marillen zum Beispiel kurz grillen und mit Vanilleeis anrichten – köstlichst!

 

Auch die Wahl der richtigen Getränke spielt in der TCM Sommerküche eine wichtige Rolle. Vor allem leicht saure Getränke helfen deinem Körper kostbare Säfte zu bewahren, denn sauer ist zusammenziehend und kühlend. Eine gute Kombination gegen das viele Schwitzen. Hagebuttentee, Malventee, Wasser mit Zitronensaft oder ein kühles Bier füllen deine Flüssigkeiten auf und helfen dir die Säfte zu bewahren.

Auch Smoothies können eine feine Abkühlung in den heißen Monaten darstellen. Trinke nur nicht zu viel davon um dein Verdauungs-Qi zu schonen. Du kannst auch mal gedünstetes Gemüse dazumischen. Das ist gleich besser verdaulich. Auch gibt es bereits so genannte Blender, die deinen Smoothie auf eine gewünschte Temperatur erhitzen*, weil beim Mixen die Umdrehung der Scheren eine so schnelle ist. Cool, oder?

Pass mit Weißwein, Prosecco und sowieso mit scharfem Alkohol auf. Auch wenn Weißwein erfrischend und sauer ist, der Alkohol wirkt erhitzend und fördert das Yang in deinem Körper. Auch eisgekühlte Getränke sind, trotz der heißen Temperaturen, nicht förderlich, und du schwitzt danach noch mehr, als nach einem lauwarmen Tee.

 

TCM Newsletter - annatsu - TCM Ernährungsberatung Wien - Anna Reschreiter

 

Warum solltest du dich auch im Sommer von Gekochtem ernähren?

Deine Verdauung mit zu vielen eiskalten Getränken, kühlenden und rohen Gemüse zu strapazieren ist nicht wirklich schlau. Kühlst du deine Mitte ab, kann sie deinen Nahrungsbrei nicht mehr so aktiv und energievoll weiter transportieren. Nahrung beginnt liegen zu bleiben, und was liegen bleibt, beginnt bald zu gären. Das merkst du daran, dass du „nur“ einen Salat gegessen hast, dir wieder „nur“ ein Weckerl gekauft hast, oder dir „nur“ Mozzarella mit Tomaten bestellt hast, und einen aufgeblähten Bauch hast.

Zusätzlich erzeugt liegen gebliebene Nahrung Nässe in deinem Körper, und Nässe ist das, was du gar nicht willst: Schlacken, Ablagerungen im Gewebe und den Faszien, Gewichtszunahme und Müdigkeit werden durch Nässe gefördert.

Achte daher auch bei heißen Temperaturen darauf nicht zu viel Eis zu essen, nicht zu viel Milchprodukte, Bananen, Schokolade, Brot und Nudeln zu essen. Das ist kein Verbot, sondern eine wichtiger Hinweis es mit den Mengen nicht zu übertreiben. Sei liebe zu deiner Mitte, wie es Dr. Georg Weidinger so schön in seinem Buch „Die Heilung der Mitte“* beschreibt, denn sie leistet echt einen harten Job und verdient es gut unterstützt zu werden.

 

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Deine Anna

:-)

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There are 2 comments on this post

  1. Petra Lieske
    2 Stunden ago

    Hallo Anna, ich war zwar beim detoxen dabei, hab aber noch gar nicht deinen Newsletter für deinen Blog… geht ja gar nicht
    Das 4rer Webinar war übrigens super, vielen Dank!
    Petra aus Berlin

    Reply
    1. Anna Reschreiter
      Anna Reschreiter Author
      3 Stunden ago

      Liebe Petra, das geht ja wirklich gar nicht! ;-)
      Hoffe du hast dich bereits zum Newsletter angemeldet :-)
      Alles Liebe,
      Anna

      Reply

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