Was wirklich bei kalten Händen und Füßen hilft

Willkommen Herbst! Was wirst du uns heuer bringen? Viele sonnige und warme Herbsttage, oder doch Kälte, Wind und Regen? Ich freue mich ja immer auf das wunderschöne Farbenspiel der Natur, die Sturm- und Wild-Zeit, warme Tees, dicke Socken und die Zeit des Rückzugs.

Wie geht es dir, wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen empfindlich sinken? Hast du dich in den letzten Tagen über das kalte Wetter beschwert? Hattest du seit langem wieder mal kalte Füße oder sogar schon eine rinnende Nase?

Oder leidest du ständig unter kalten Händen und hast kalte Füße, bist immer blass, müde und lustlos?

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ist Yang die Wärmequelle in unserem Körper. Yang ist Energie, Bewegung, Antrieb und Lebensfreude. Nimmt das Yang, die Wärme, der Antrieb und die Lebensfreude ab, dann öffnet dieser Zustand in deinem Körper zusätzlich auch noch die Türen für äußere Kälte, Wind und krankmachende Faktoren.

Ich möchte dir erzählen, wie du mit einfachen und unkomplizierten Maßnahmen Kälte aus deinem Körper vertreibst, wie du dich gut und nachhaltig wärmst, und wie du deinen Brennofen in deinem Körper, dein Nieren-Yang, gut anfeuerst, damit es dich gesund und gestärkt durch kalte Herbst- und Wintertage bringt.

 

Wenn du unter Yang-Mangel, also Kälte in deinem Körper, leidest, dann wirst du bei folgenden Symptomen das eine oder andere Mal nicken.

 

Das sind Symptome für Yang-Mangel, also Kälte in deinem Körper:

  • Blasses Gesicht, vielleicht sogar schon bläuliche Lippen
  • Erschöpfung, Müdigkeit, Antriebslosigkeit
  • Kalte Hände und kalte Füße, vielleicht sogar schon mit bläulichen Fingernägeln
  • Wasseransammlung, Neigung zu Cellulite
  • Verminderter Appetit und trotzdem Gewichtszunahme
  • Häufige Erkältungen oder Infektionen (z.B. Blase, Nebenhöhlen)
  • Reichlich und heller Urin, häufiger Harndrang
  • Weicher Stuhl und Neigung zu Durchfall
  • Verzögerter Zyklus, Menstruationsschmerzen
  • Wenig sexuelles Verlangen, verminderte Libido
  • In der Früh Erwachen mit oder durch Rückenschmerzen – meist im unteren Bereich der Lendenwirbelsäule

 

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Wie entsteht Yang Mangel?

  • Durch den natürlichen Alterungsprozess, da der Stoffwechsel abnimmt und dadurch automatisch weniger Energie (Qi, Wärme) produziert wird
  • Auch chronische Krankheiten wie z.B eine Schilddrüsen Unterfunktion können Ursachen sein
  • Aufgrund von Qi-Mangel, also Energie Mangel, der durch Überanstrengung und Überlastung, aber auch ernährungsbedingt entstehen kann
  • Durch ein zu schwaches Nieren-Feuer, das hauptsächlich durch zu viel Kaltes, Rohes, Fastfood, Tiefkühlkost und Mikrowelle erzeugt wird
  • Aufgrund einer Schwächung der Milz-Funktion durch zu viele Kohlenhydrate, Brot, Milchprodukte, Zucker
  • Wenn allgemein zu wenig warm und gekocht gegessen wird, also durch zu viel Rohkost, Salate, Obst

 

Welche Nahrungsmittel sollten bei Kälte, vermieden werden?

  • Rohkost und Salate – Salat als Beilage zu einer warmen, gekochten Speise sind völlig ok
  • Südfrüchte, Melonen, Bananen – bevorzuge lieber Kompott aus saisonalem und regionalem Obst wie z.B. Äpfel, Birnen, Marillen, Pfirsichen oder Zwetschken
  • Kühlendes Gemüse wie Tomaten, Gurken, Paprika, Auberginen, Spargel – dieses sollte den kleinsten Teil deiner Gemüseauswahl für eine Speise haben
  • Milchprodukte wie Joghurt, Topfen, Sauermilch, Buttermilch – lass sie bitte komplett weg
  • Miso und Soja, Sojamilch, Tofu – Finger weg bei Kälte
  • Mineralwasser – ist thermisch eiskalt
  • Grüner Tee, schwarzer Tee – sind thermisch kalt und sollten durch wärmende Tees mit Fenchel, Kümmel, Anis, Zimt, frischen Ingwer oder Yogitee ersetzt werden
  • Bier – einzig Malzbier ist thermisch neutral und kühlt nicht so stark ab wie z.B. ein Pils

 

Yangige Nahrungsmittel, Kräuter und Gewürze bei Kälte Symptomen:

  • Hafer, Grünkern, Buchweizen, süßer Reis, Hirse
  • Lamm und Ziege sind die erwärmendsten Fleischsorten, bevorzuge auch Wild, Huhn, Rind und Kalb
  • Fast alle Fische und Meeresfrüchte
  • Die gesamte Lauchfamilie: Zwiebel, Knoblauch, Lauch
  • Fenchel, Kürbis, Kraut und Kohl, Karotten, Kartoffeln, Rüben
  • Linsen und Bohnen
  • Walnüsse, Pistazien, Mandeln, Haselnüsse
  • Sei experimentell mit Gewürzen und verwende neben Petersille, Dille, Lorbeer, Pfeffer, Muskat, Chilli und Kümmel, auch mal Kardamom, getrocknete Orangenschale, Senfkörner, Curcuma oder Piment
  • Das allerbeste ist heißes Wasser zu trinken
  • Wärmende Tees sind mit Fenchel, Kümmel, Anis, Zimt, frischen Ingwer oder Yogitee

 

In der TCM haben nicht nur alle Nahrungsmittel, Kräuter und Gewürze eine thermische Wirkung, sondern auch deren Zubereitung beeinflusst die erwärmende oder die abkühlende Wirkung auf deinen Körper. So solltest du im Herbst und Winter, oder allgemein bei Kälte, eher auf erwärmenden Kochmethoden zurückgreifen. Diese werden auch yangisierende Kochmethoden genannt, weil dadurch thermisch kalte Nahrungsmittel eine erwärmende Wirkung erhalten.

Yangisierende Kochmethoden sind:

  • Grillen
  • Scharf Anbraten
  • Braten
  • Backen
  • Kochen im Druckkochtopf
  • Langes Kochen im eigenen Saft oder in Flüssigkeiten (Garen, Schmoren)
  • Verwendung von scharfen oder erwärmenden Gewürzen
  • Kochen mit Alkohol

 

Was noch bei Kälte, also einem Yang-Mangel, hilft:

  • Iss 3 x am Tag warm – auch ein warmes Frühstück
  • Warme Fußbäder z.B. mit Wacholder
  • Qi bewegen – körperliche Betätigung, am besten an der frischen Luft, Laufen, Walken, flott mit dem Hund Gassi gehen, aber auch Tanzen bewegt deine Energie und erzeugt Wärme und Glücksgefühle
  • Sauna und Wärmekabinen sind wunderbare Möglichkeiten deinen Körper zu erwärmen und Kälte zu vertreiben
  • Versuche es mal mit Atemübungen – diese erwärmen deinen Körper auf eine ganz besondere Art und Weise über die Lungenfunktion
  • Qi-Gong bewegt deine Körperenergien auf eine sanfte und sehr nachhaltige Art und gehört zu den gesundheitsfördernden Säulen der Traditionellen Chinesischen Medizin
  • Moxa ist eine sehr effektive Möglichkeit Kälte aus dem Körper zu vertreiben und Yang aufzubauen – dazu wird meistens Beifuß als Moxa Kraut verwendet

 

Um einen sehr ausgeprägten und tief sitzenden Yang-Mangel auszugleichen solltest du wirklich konsequent deine Ernährungsgewohnheiten umstellen und vor allem, und das ist eigentlich das Wichtigste, auf alles, was deinen Körper weiter abkühlt verzichten. Der Verzicht ist hier das Allerwichtigste.

Halte dich an die erwärmenden Nahrungsmittel, die yangisierenden Kochmethoden und bewege dein Qi. Du wirst sehr schnell die ersten Erfolge bemerken: deine Füße und Hände werden viel wärmer sein, auch deine Verdauung wird sich normalisieren. Deine Lebensgeister werden geweckt und deine Lebensfreude wird steigen.

Der komplette Yang-Mangel Ausgleich geht nicht von einem Tag auf den anderen und braucht oft mehrere Monate bis Jahre. Vor allem, wenn du deinen Körper über viele Jahre mit einer Qi armen oder stark abkühlenden Ernährung malträtiert hast, wirst du ihm die Zeit für den Ausgleich geben müssen.

 

Dieser Artikel ist hier leider zu Ende. Möchtest du noch mehr über die TCM Ernährung erfahren und sehen, wie einfach und unkompliziert du sie in deinen Alltag integrieren kannst? Dann schließe dich mehr als 1.500 TCM-DurchstarterInnen an und hole dir den 3 Wochen online TCM Durchstarter Kurs! Ich freue mich auf dich!

Deine Anna

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