Qi – esoterischer Kram oder doch lebensnotwendig?

Spürst du dein Qi?

Ist dein Qi blockiert?

Möchtest du dein Qi zum Fließen bringen?

Na, wie viel kannst du mit diesen Fragen anfangen? :-) Gehen wir dem Qi doch einmal gemeinsam auf den Grund.

 

Was ist eigentlich dieses Qi?

Oft werde ich gefragt, was denn „dieses Qi“ eigentlich ist. Ist es etwas Physisches, Greifbares, etwas Immaterielles oder sogar Esoterisches? „Naja“, antworte ich dann immer. „Je nachdem, wie du es betrachtest.“ Diese Antwort liebt wohl jeder ;-)

 

„Qi ist die Basis des Menschen“

Quelle: Nanijing, Klassiker der schwierigen Fragen

 

Das chinesische Schriftzeichen für Qi stellt einen Reistopf dar, aus dem Dampf aufsteigt. Dieser Reistopf mit dem aufsteigenden Dampf zeigt das, was uns am Leben hält und uns nährt. Es ist die nach oben wachsende und sich in unserem ganzen Körper entfaltende Bewegung/Energie.

Unser Körper gewinnt Energie und die Kraft für Bewegung aus dem, was in unserem Reistopf, also unserem Verdauungstrakt, landet. Ist der Reistopf kalt, bleibt der Reisbrei kalt und träge, blubbert nicht, bewegt sich nicht, es entsteht kein Dampf.

 

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Unsere Qi-Energie ist es, die das Feuer unserer Nieren anheizt. Und unser Nieren-Feuer ist die Feuerstelle oder Herdplatte, die den Reistopf erwärmt. Du erkennst den Kreislauf? :-) Das Nieren-Feuer bringt den Reisbrei zum Blubbern, damit Dampf aufsteigen kann, der unsere Lungen befeuchtet, unsere Haut geschmeidig hält, unsere Gelenke schmiert und unseren gesamten Körper wärmt und wiederum Energie, also Qi, erzeugt.

 

Wie macht sich Qi in deinem Körper bemerkbar?

Qi ist Lebensenergie, Bewegung und Wärme.

Diese Qi-Energie treibt dich an, lässt dich in der Früh aufstehen, ein neues Projekt beginnen, mit deinen Kindern im Park Fangen spielen, um Recht und Anerkennung kämpfen, Liebe empfinden oder dich zum Laufen aufraffen.

Diese Qi-Energie spürst du als Schmetterlinge im Bauch, als Kloß im Hals, als Gänsehaut oder als Schweißhände bei Aufregung. Qi ist auch jene Energie, die dich in feinstofflicher Weise umgibt. Wenn sich jemand im Bus diesen einen Zentimeter zu nahe an dich heran setzt, dann spürst du sein Energiefeld als entweder angenehm oder eben sehr unangenehm und du rückst vielleicht instinktiv ein paar Zentimeter weg.

Energie ist Wärme und wenn dein Wärmehaushalt gut funktioniert, leidest du nicht an kalten Händen und Füßen, an Blasenentzündungen, schlechtem Bindegewebe, Menstruationsbeschwerden oder Müdigkeit und Antriebslosigkeit. Diese Wärme bis hin zur Hitze kann aber auch durch negative Emotionen erzeugt werden – auch das ist Qi: Wut, Ärger, Zorn, Aggression und Eifersucht erzeugen Hitze.

 

Was schwächt dein Qi?

Du hast auf der einen Seite ein angeborenes Potential an Qi, das dir bereits von deinen Eltern und Vorfahren mitgegeben wurde. Auf der anderen Seite kannst du dein Qi über verschiedene Energiequellen aufladen. Dazu gehören die Energie aus unserer Nahrung und Energie aus der Atmung. Die Lunge, das Verdauungs- und das Stoffwechselsystem kümmern sich darum, diese Energie umzuwandeln und für den Körper verfügbar zu machen.

Geschwächt wird dein Qi durch:

  • Zu wenig Essen oder hungern, weil das natürlich kein Nähr-Qi liefert
  • Befolge das Prinzip „Frühstücken wie ein Kaiser, Mittagessen wie ein König und Abendessen wie ein Bettler“, denn das Frühstück ist und bleibt die wichtigste Mahlzeit des Tages
  • Zu schnelles Essen, Stress oder Streit während des Essens führen zu Qi-Blockaden
  • Zu wenig Schlaf oder geistige Regeneration – hier sind vor allem Studenten sehr gefährdet, die viel Lernen, oder Menschen im „Hamsterrad“, die einfach zu viel geistig arbeiten
  • Aber auch zu wenig Bewegung schwächen dein Qi
  • Unreine Atemluft
  • Auch psychische Aspekte schwächen dein Qi: zu viel Grübeln, Angst, Wut, Sorge
  • Übermäßige körperliche Aktivitäten wie zu viel Sport, zu viel körperliche Arbeit, ohne gleichzeitig für ein gesundes Auffüllen deines Qi zu sorgen
  • Auch zu viel geistige und mentale Belastung
  • Falsche Ernährung, die zu viel Nässe in deinem Körper erzeugt – dann wird dein Qi eingedämmt wie von einem nassen Nebel. Dazu gehören zu viele Kohlenhydrate, Milchprodukte, Bananen, Schokolade und Zucker

 

Was tonisiert dein Qi?

Das Um und Auf ist es, auf deine Mitte, deinen Verdauungstrakt Acht zu geben, regelmäßig das Richtige zu essen, dich so oft es geht an der frischen Luft zu bewegen, gut und erholsam zu schlafen und deinen Geist zu regenerieren (z.B. auch durch Meditation). Süße, warme, erwärmende Nahrungsmittel tonisieren dein Qi. Ich spreche hier aber (leider) nicht von Süßigkeiten und Schokolade ;-) Diese schwächen leider dein Qi.

Auch wohltuende Behandlungen mit zum Beispiel Shiatsu regen dein Qi an, lösen Qi-Blockaden und bringen deine Energien in Bewegung. Wenn deine Energie frei in deinem Körper fließen kann, dann können sich nicht nur körperliche, sondern auch seelische Blockaden auflösen. Es kann sein, dass du endlich ein Projekt angehst, das du seit längerem vor dir her schiebst. Vielleicht fällt es dir auf einmal leichter, dich von etwas, das dir Sorgen und Kummer bereitet, zu verabschieden. Oder du verspürst neue Hoffnung und Zuversicht, wenn es um Lebensentscheidungen geht. Ja, das alles kann mit Shiatsu, aber auch mit anderen wohltuenden Behandlungsarten, passieren.

Aber zurück zu den süßen, erwärmenden Nahrungsmitteln – diese sind zum Beispiel:

  • Gemüse ist süß und erwärmend und tonisiert dein Qi: Karotten – werden auch „Der Ginseng des Westens“ genannt, Wurzelgemüse, Kürbis, Fenchel, Broccoli, Süßkartoffel, süße Äpfel und Kirschen, Datteln und Feigen.
  • Bei Fleisch und Fisch achte bitte genau auf Bio Qualität und woher es kommt! Meines Erachtens sollte Fleisch regelmäßig auf den Teller kommen, und dann am besten als Beilage. Rind, Huhn oder Wild, aber auch Forelle und Lachs tonisieren dein Qi.
  • Getreide wird bei uns leider viel zu selten gekocht, dabei stärkt es den Verdauungstrakt und liefert viel Qi-Energie: Hafer, Süßreis, Grünkern, Buchweizen, Amaranth, Quinoa.
  • Wenn du Qi-Stau (Blähungen und Völlegefühl) im Verdauungstrakt entgegenwirken möchtest, dann verwendet verdauungsfördernde Gewürze (Kreuz)Kümmel, Fenchel, geriebene Orangenschale, Anis oder getrockneten Koriander.
  • Wir alle haben meist zu viel Nässe im Verdauungstrakt, die uns müde und träge macht. Aromatische Gewürze wie Rosmarin, Thymian, Majoran, Kardamom, Lorbeer, Basilikum, Petersilie und frischer Ingwer wandeln diese Nässe in natürliche Substanzen um.

 

Ich habe bereits einige Rezepte auf meiner Website, die ich dir empfehlen möchte. Sie tonisieren dein Qi, schenken dir Wärme und regen deine Resorption an.

Wie wäre es zum Beispiel mit einem warmen Frühstück? Dann kann ich dir ein feines Haferflocken Porridge ans Herz legen.

Ich bin ein Suppentiger und wärme mich mit einer Suppe nicht nur zu Mittag oder am Abend, sondern ich frühstücke auch gerne Suppen. Versuche doch mal mein Kürbiscremesuppe Rezept.

Oder der Klassiker gegen Kälte schlechthin: Die Rinderkraftsuppe

Und für Naschkatzen hab ich auch einen Rezepttipp: Kokoskugerl. Die lieben die Kleinen genauso wie die Großen.

 

Ich unterstütze dich sehr gerne dabei, herauszufinden

  • wie dein aktueller Gesundheitszustand aus Sicht der TCM ist,
  • wie du ihn verbessern kannst,
  • wie du in deine geistige, seelische und körperliche Balance kommst,
  • welche Nahrungsmittel, Gewürze und Kräuter für dich ideal sind,
  • welche Kochmethoden für dich am besten geeignet sind.

Schau dir mein Angebot der Ernährungsberatung nach der TCM an. Ich freue mich dich persönlich zu beraten – bei mir in der Praxis oder über Skype.

Hast du Fragen zu diesem Thema, möchtest du deine Erfahrungen mitteilen, dann freue ich mich, wenn du einen Kommentar unter diesem Beitrag hinterlässt.

 

Über die Autorin – Anna Reschreiter

Anna ist Ernährungsexpertin nach den 5 Elementen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), Bloggerin, Autorin, Vortragende mit Leidenschaft. Auf ihrer Online Plattform www.annatsu.at ist es ihr eine Herzensangelegenheit zu vermitteln, dass die TCM Ernährung einfach, alltagstauglich und für jeden anwendbar ist. Ihren Blog lesen mittlerweile monatlich mehr als 20.000 Personen. Ihr Wissen vermittelt Anna nicht nur in ihren Blogartikeln, sondern auch in themenspezifischen eBooks, in Vorträgen und in Webinaren. Ihr TCM Durchstarterkurs „TCM Ernährung geht ganz einfach!“ zählt bereits mehr als 1.600 TeilnehmerInnen und 2018 haben sich die Tore der „TCM Jahresakademie“ geöffnet. Annas Leidenschaft gehört ihrer Arbeit, dem Experimentieren in der Küche, Essen und Genießen, Spaß am Sport und geistiger Bewegung. Ihr Herz gehört ihrem kleinen Sohn und ihrem Mann, mit denen sie am Stadtrand von Wien wohnt und das Leben genießt.


 

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