Rheuma – 9 Tipps aus meiner TCM Praxis

Seit 1996 findet am 12. Oktober jährlich der Welt-Rheuma-Tag statt. Ziel ist es, die Anliegen rheumakranker Menschen an diesem Tag in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. Rheuma ist ein Oberbegriff für etwa 200 – 400 sehr unterschiedliche Krankheitsbilder des Stütz- und Bewegungsapparates und des Immunsystems, die mit Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verbunden sind.

Ich habe ein paar allgemeine Informationen auf der Homepage der Deutschen Rheuma Initiative „Rheuma bewegt uns alle“ und der Österreichischen Rheumatologie Homepage der “Österreichischen Gesellschaft für Rheumatologie und Rehabilitation“ gefunden:

Arthrosen, der langsame Abbau von Knorpelgewebe, kommen am häufigsten vor und betreffen meist ältere Menschen, aber oft schon Menschen im mittleren Alter, und auch Kinder und Jugendliche. Osteoporose und Gicht liegt eine Stoffwechselerkrankung zugrunde und betrifft eher Menschen im fortgeschrittenen Alter. Der Knochenschwund Osteoporose gefährdet vor allem Frauen rund um den Wechsel.

Eher seltene Erkrankungen betreffen die Gefäße oder innere Organe, Gelenke und die Haut. Morbus Bechterew oder Schuppenflechten-Rheuma gehören zu den rheumatoiden Arthritis-Erkrankungen und sind ein entzündliches Gelenksrheuma. Wer an dieser schmerzhaften Erkrankung leidet, ist oft erst gerade einmal 30 Jahre alt. Psoriasis ist eine Rheuma-Erkrankung, bei der im Zusammenhang mit Schuppenflechte neben der Haut auch Gelenke und die Wirbelsäule betroffen sein können.

 

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Eine sehr häufige Schmerzerkrankung ist das Fibromyalgie-Syndrom, von dem besonders Frauen ab 35 Jahren betroffen sind.

Rheumatische Erkrankungen können (noch) nicht geheilt werden, der Krankheitsverlauf ist von Mensch zu Mensch oft unterschiedlich. Hauptaugenmerk von Ärzten liegt auf der Schmerztherapie, dem Aufhalten des Krankheitsfortschritts, und darauf, die Beweglichkeit zu erhalten und somit die Lebensqualität zu verbessern. Fakt ist, dass die Kosten für die Krankenkassen und die Allgemeinheit eklatant sind. Für die Zukunft ist es daher besonders wichtig, auf Prävention zu setzen.

 

Und genau hier setzt die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) und die Ernährung nach der TCM an: an der Prävention für Rheuma-Erkrankungen und an der Linderung von Schmerzen und dem Aufhalten des Krankheitsfortschritts.

 

Wichtig ist eine ausführliche Anamnese, denn die TCM unterscheidet zwei Formen von rheumatischen Erkrankungen:

  1. Die Hitze Form von Rheuma
  2. Die Kälte Form von Rheuma

 

 

Die Hitze Form von Rheuma

Hier handelt es sich um entzündliche Hitze-Toxine, die für Schwellungen, Deformation von Gelenken, Ablagerungen oder Belastung der Haut verantwortlich sind.

Der Verzicht folgender Lebensmittel ist bei der Hitze Form von Rheuma besonders wichtig!

  • Frittiertes, Gebratenes, Gebackenes
  • Tierisches Eiweiß, Fleisch, Wurst und Co.
  • Milchprodukte, Käse, Joghurt, Topfen und Co.
  • Meeresfrüchte
  • Scharfe und heiße Gewürze wie Pfeffer, Zimt, Anis, Chili, Muskatnuss, Nelken, Ingwer
  • Die gesamte Lauchfamilie: Zwiebel, Knoblauch, Lauch, Schnittlauch
  • Zucker, Süßstoff, Limonaden, Süßigkeiten
  • Nüsse und Samen
  • Essig, Tabasco
  • Ingwer Tee, Yogi Tee
  • Alkohol
  • Rauchen

Gerade bei der Hitze-Form von Rheuma empfehle ich eine mehrtägige Entgiftung, um Schmerzen zu lindern und um das Fortschreiten der Krankheit aufzuhalten. Das hat sich in meiner Praxis sehr bewährt.

 

Die Kälte Form von Rheuma

Bei der Kälte-Form von Rheuma vertragen die Betroffenen keine Kälte und Nässe. Sie haben, neben den typischen rheumatischen Symptomen, oft eine Schwäche des Verdauungs- und Resorptionstrakts aufgrund von Kälte und Nässe. Diese Kälte und Nässe gilt es mit einer energiereichen, warmen und verdauungsfördernden Ernährung zu vertreiben und die Mitte nachhaltig zu stärken.

Bei der Kälte-Form von Rheuma solltest du unbedingt auf thermisch kalte Lebensmittel und Nässe-Erzeugendes verzichten:

  • Tiefkühlkost, Mikrowelle
  • Rohkost wie Tomaten, Gurken, Paprika
  • Salate
  • Thermisch Kaltes wie Zucchini, Melanzani, Äpfel, Birnen, Spinat, Spargel, Beeren
  • Zitrusfrüchte und Südfrüchte wie Orangen, Mandarinen, Zitronen, Bananen
  • Milchprodukte, Käse, Joghurt, Topfen und Co.
  • Butter
  • Sojaprodukte
  • Algen
  • Zucker, Süßstoff, Limonaden, Süßigkeiten, alle Süßspeisen
  • Kaffee, schwarzer Tee, grüner Tee, Hagebutten Tee, Frauenmantel Tee
  • Mineralwasser
  • Kalzium Präparate, Vitamin C Präparate

 

Rheuma – 9 hilfreiche Tipps aus meiner TCM Praxis, die wahrscheinlich dein Leben verändern

Je nachdem, ob Hitze-Toxine oder Nässe-Kälte dominieren, sind eine mehrtägige Entgiftung des Körpers und das Ausleiten von Ablagerungen sehr unterstützend.

Um auf lange Sicht den Körper aufzubauen, Schmerzen zu lindern und den Fortschritt der Krankheit aufzuhalten, muss

  • der Organismus dauerhaft gereinigt,
  • Hitze geklärt,
  • Nässe und Ablagerungen ausgeleitet,
  • Kälte vertrieben und
  • der Verdauungs- und Resorptionstrakt gestärkt und aufgebaut werden.

Hier ist die gesunde Funktion des Milz-Qi ausschlaggebend. An der Stelle muss ich nochmal die Wichtigkeit einer exakten Anamnese hervorheben, denn ob eine Hitze-Form oder eine Kälte-Form der Rheuma Erkrankung vorliegt ist sehr entscheidend für die genaue Auswahl der richtigen Nahrungsmittel, Kräuter und Gewürze. Grundsätzlich solltest du dich aber an folgendes halten:

 

Tipp No 1: Iss 3 x täglich Gekochtes, Bekömmliches

Das bedeutet keinesfalls, dass du heiß essen sollst! Es reicht bereits, eine Speise warm zuzubereiten, mit den richtigen Kräutern und Gewürzen zu verfeinern und zumindest auf Zimmertemperatur zu sich zu nehmen.

Die Energie für den Tag bereits in der Früh mit einem warmen Frühstück aufzubauen, ist enorm wichtig. Das Frühstück warm, ausgewogen und bekömmlich zuzubereiten ist das Beste was du für deinen Körper machen kannst. Ein warmes, gekochtes, bekömmliches Mittagessen stärkt dich für den Rest des Tages. Koche auch am Abend! Kalte Platten mit Brot, Wurst und Käse, Fertigprodukte aus der Mikrowelle oder kalte Salate belasten deinen Körper und fördern bei Rheuma-Betroffenen Schmerzen und den Krankheitsfortschritt.

Ein wirklich gutes Thermobehältnis macht Freude, wenn du vorkochst und das Essen in der Arbeit oder unterwegs auch noch warm genießen kannst. Investiere ein paar Euro in dein Wohlbefinden und die Pflege deiner Mitte. Ich verwende schon seit langem die Thermobehältnisse von Esbit*. Aus Edelstahl, ohne Plastik und für Extremsituationen konzipiert.

 

Tipp No 2: Baue regelmäßig Getreide in deine Ernährung ein

So wie alle Lebensmittel haben auch alle Getreidesorten eine unterschiedliche thermische Wirkung und einen besonderen Fokus auf ein bestimmtes Organ.

So ist Hafer das thermisch erwärmendste Getreide, stärkt das Immunsystem und stärkt Niere und Milz sowie Magen und Dickdarm. Hafer regt den Stoffwechsel an, stärkt unser Qi und ist vor allem bei der Kälte Form von Rheuma das Getreide No 1.

Reis ist das thermisch kühlendste Getreide und wirkt Nässe und Hitze ausleitend. Es stärkt die Mitte, wirkt reinigend und ausleitend. Reis hat einen direkten Bezug zur Haut und kann vor allem bei Hautbeschwerden Wunder bewirken. Bei feuchter Hitze leitet es die Hitze-Toxine über die Diurese aus, bei Nässe-Kälte empfehle ich, Reis mit einer Scheibe Ingwer zu kochen. Koche immer mit Vollkorn-Rundkorn Reis.

 

Tipp No 3: Verwende so viel Gemüse wie möglich

Mit Hilfe von gekochtem, bekömmlich zubereiteten Gemüse wirst du merken, dass deine Verdauung und Resorption entlastet werden, Müdigkeit und Antriebslosigkeit abnehmen, du mehr Energie verspürst und dass du dich auch geistig und seelisch kräftiger fühlen wirst. Bei Rheuma-Krankheiten gilt es, auch die Körper-Seele-Balance zu stärken. Das schaffst du besonders gut mit reichlich Gemüse, das hauptsächlich dem Erde Element zugeordnet wird und somit besonders gut deine Mitte stärkt.

Leidest du an der Hitze-Form von Rheuma, dann kombinierst du thermisch neutrale Gemüsesorten mit thermisch kühlenden/erfrischenden:

  • Kartoffeln mit Zucchini
  • Linsen mit Spinat
  • Avocado mit Tomaten

Musst du dich erwärmender ernähren, weil du an der Kälte-Form von Rheuma leidest, dann kombiniere thermisch neutrale Gemüsesorten mit thermisch erwärmenden:

  • Kartoffeln mit Fenchel
  • Linsen mit Karotten
  • Avocado mit Lauch

 

Tipp No 4: Pass mit Kräutern und Gewürzen auf

Gewürze sind erwärmend bist erhitzend. Wenn du an der Hitze-Form von Rheuma leidest, solltest du unbedingt auf zu viele Gewürze verzichten. Gerade mal Salz, Sojasauce und Miso sind thermisch kalt und können dann zum Würzen verwendet werden.

Bei der Kälte-Form von Rheuma verhält es sich anders. Gerade hier ist es gut, aromatische Gewürze zu verwenden, weil diese Nässe trocknen und in kostbare Säfte umwandeln. Dazu gehören unter anderem:

  • Thymian
  • Majoran
  • Rosmarin
  • Lorbeer

Karminative Gewürze helfen bei der Verdauung und gegen Völlegefühl und Blähungen – aber auch nur bei der Kälte-Form von Rheuma angeraten:

  • Kümmel
  • Kreuzkümmel
  • Fenchelsamen
  • Getrocknete Orangenschale
  • Koriander

 

Tipp No 5: Verzichte auf Fertigprodukte

Zu diesem Thema habe ich einen Artikel geschrieben: 5 Tipps für schnelles und unkompliziertes TCM Kochen – Weckerl ade, Gesundheit juhe! Darin erfährst du, wie Fertigprodukte deine Mitte, deine Verdauung und Resorption belasten und wie sie Nässe, Ablagerungen im Körper, Hautbeschwerden, Unverträglichkeiten und Völlegefühl begünstigen können.

 

Tipp No 6: Vermeide Dauerstress, Zeitdruck und emotionale Belastungen

Dass Stress und Zeitdruck oft weitreichende Auswirkungen auf unsere Gesundheit haben, weiß mittlerweile jeder. Meistens aus eigener Erfahrung. Auch negative Emotionen haben eine starke Wirkung auf unseren Körper und können sogar Hitze oder Nässe begünstigen. Lies dir dazu meinen Artikel Emotionen – wie sie deine seelische und körperliche Gesundheit beeinflussen durch.

Wenn du wissen möchtest, wie sich Stress und Zeitdruck auf deinen Körper auswirken, dann empfehle ich dir folgenden Artikel: Yin Mangel – Die totale Erschöpfung.

 

Tipp No 7: Finde deinen optimalen Sport

Gerade bei Rheuma-Erkrankungen hat sich moderate Bewegung bewährt. So liest man viel darüber, wie hilfreich zum Beispiel Trampolin-Springen bei Osteoporose sein soll. Egal, ob du ein Training im Fitness-Center beginnen möchtest, dich in einen Yoga oder Pilates-Kurs einschreibst, informiere immer den Trainer im Vorfeld über deine Erkrankung.

 

Tipp No 8: Gehe regelmäßig zum Zahnarzt

Um Entzündungen im Mundraum zu vermeiden, die weitreichend deinen Körper belasten können, solltest du regelmäßig zum Zahnarzt gehen, um entzündliche Zahnherde oder Parodontitis behandeln lassen. Gerade in der Zahnhygiene gibt es Produkte, die deinen Organismus belasten können. Informiere dich gut über Schadstoffe, Mikroplastik und belastende Zusatzstoffe in deiner Zahnpaste und wähle gesunde Alternativen. Ich verwende zum Beispiel seit Jahren Zahnöl aus rein biologischen Ölen.

 

Tipp No 9: Shiatsu hilft bei Schmerzen

Als Shiatsu-Praktikerin weiß ich, welche unmittelbar schmerzlindernde Wirkung Shiatsu auf den Körper hat. Durch Berührung oder sanften Druck werden Impulse an jede Zelle im Körper weitergegeben, somit Blockaden im Meridiansystem gelöst und die Selbstheilungskräfte angeregt. Das Qi kann wieder frei im Körper fließen, du fühlst dich entspannt, gestärkt und seelisch und geistig gekräftigt. Das sind ganz wichtige Faktoren beim Rheuma – egal ob bei der Hitze- oder Kälte-Form. Shiatsu hilft auf eine wunderbar sanfte Art und Weise.

 

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Über die Autorin – Anna Reschreiter

Anna ist Ernährungsexpertin nach den 5 Elementen der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), Bloggerin, Autorin, Vortragende mit Leidenschaft. Auf ihrer Online Plattform www.annatsu.at ist es ihr eine Herzensangelegenheit zu vermitteln, dass die TCM Ernährung einfach, alltagstauglich und für jeden anwendbar ist. Ihren Blog lesen mittlerweile monatlich mehr als 30.000 Personen. Ihr Wissen vermittelt Anna nicht nur in ihren Blogartikeln, sondern auch in themenspezifischen eBooks, in Vorträgen und in Webinaren. Ihr TCM Durchstarterkurs zählt bereits mehr als 1.600 TeilnehmerInnen und 2018 haben sich die Tore der „TCM Jahresakademie“ geöffnet. Annas Leidenschaft gehört ihrer Arbeit, dem Experimentieren in der Küche, Essen und Genießen, Spaß am Sport und geistiger Bewegung. Ihr Herz gehört ihrem kleinen Sohn und ihrem Mann, mit denen sie am Stadtrand von Wien wohnt und das Leben genießt.


 

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There are 4 comments on this post

  1. Birgit Bamberger
    11. August 2017 11:37 Uhr

    Super Blog! Sehr Hilfreich!

    Reply
    1. Anna Reschreiter
      Anna Reschreiter Author
      19. August 2017 17:46 Uhr

      Dankeschön, Birgit! Alles Liebe, Anna

      Reply
  2. Katharina
    3. September 2018 19:28 Uhr

    Hallo Anna! Vielen Dank für den Blogartikel.
    Wie erkenne ich, ob ich Hitze Rheuma oder Kälte Rheuma habe?
    Vielen Dank!
    Herzlichen Grüße
    Katharina

    Reply
    1. Anna Reschreiter
      Anna Reschreiter Author
      1. Oktober 2018 20:11 Uhr

      Liebe Katharina,
      ich danke dir für dein Feedback! Der Blogartikel ist schon etwas älter, und du hast völlig Recht: ich könnte noch eine Differenzierung zum Kälte/Hitze Typ einbauen
      Vielleicht helfen dir in der Zwischenzeit diese beiden Blogartikel, die auf die „typischen“ Hitze-/Kälte-Symptome allgemein eingehen:
      https://www.annatsu.at/was-loest-hitze-im-koerper-aus-und-was-kuehlt-uebermaessige-hitze/
      https://www.annatsu.at/kaelte-yang-mangel-so-entsteht-sie-so-vertreibst-du-sie/
      Bis dahin alles Liebe!
      Anna

      Reply

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