Kopfschmerzen aus Sicht der TCM

Was du über Kopfschmerzen aus Sicht der TCM wissen solltest, mit welchen Symptomen sie meist einhergehen, und mit welchen LEBENSmitteln, Kräutern und Gewürzen du dich unterstützen kannst. 

 

Wer kennt das nicht, eine wichtiges Projekt steht an, ein aufregendes Date? Die Feier der besten Freundin in der Lieblingsbar? Und da sind sie, die Kopfschmerzen. Ob chronisch oder nur alle paar Monate, für nur 5 Minuten oder einen ganzen Tag lang, Kopfschmerzen und Migräne können sehr hartnäckig sein und die Lebensqualität stark beeinflussen. Und die Ärzte sind meistens ratlos. Migräne ist eine der Krankheiten für die die Schulmedizin keine Ursache und meistens auch keine Therapie kennt. Oft wird ein Medikament nach dem anderen probiert, man läuft von Arzt zu Arzt oder hat schon gelernt damit zu leben.

 

Doch die Traditionelle Chinesische Medizin kennt auch hier Antworten und Behandlungsstrategien. Menschen mit Migräne und chronische Kopfschmerzen können mit Ernährung, Kräuterpräparaten und Akupunktur sehr gut begleitet und unterstützt werden. Es gibt nur eines, das voraus klar gestellt werden muss:

 

Kopfschmerz ist nicht gleich Kopfschmerz!

 

So wie bei anderen Beschwerden auch, können Kopfschmerzen etliche Ursachen haben, und es gibt viele Arten von Kopfschmerzen, die sich auf unterschiedliche Weise äußern können. Gerade deshalb ist es wichtig, eine klare Diagnose zu bekommen, bevor du die eigenen Kopfschmerzen behandelst. Auch ist abzuklären, ob deine Kopfschmerzen nicht doch eine organische Ursachen haben! Bist du aber sicher, dass die Schmerzen vom Arzt als psychosomatisch eingestuft werden und hast eine passende Diagnose eines TCM-Therapeuten steht der Behandlung nichts mehr im Wege.

 

Auch wenn im Einzelfall eine individuelle Diagnose anzuraten ist, stelle ich dir hier die wichtigsten Formen von Kopfschmerzen vor, und wie du dich am besten unterstützen kannst. Und noch ein Tipp vorab: bei deinem nächsten Termin mit deinem TCM-Therapeuten fragst du am besten nach der genauen TCM-Diagnose, sodass du die richtigen Tipps für den eigenen Typ berücksichtigen kannst.

 

Generell unterscheidet man bei Kopfschmerzen nach FÜLLE- und LEERE-Typen. Dies ist eine wichtige Differenzierung, wie es in der TCM so oft der Fall ist. Kopfschmerzen können sich sehr unterschiedlich manifestieren und ihren Ursprung in vielen Meridianen haben, da im Kopf fast alle 56 Meridiane zusammenlaufen.

 

Lokalisation von Kopfschmerzen aus Sicht der TCM

Wenn wir zuerst die Stelle des Kopfschmerzes lokalisiert, dann finden wir das passende Meridiansystem, das involviert ist.

 

Tritt der Schmerz am Scheitel auf handelt es sich um einen “Leber-Kopfschmerz”. Oft ist diese Art von Schmerz mit menstruellen Beschwerden gekoppelt, da die Leber für die Speicherung von Blut und für die Menstruation verantwortlich ist.

 

Sticht es an der Schläfe, meist nur an einer Seite, links oder rechts ist hier die Gallenblasen-Energie betroffen. Ihr Meridian verläuft an der Schläfe entlang. Ihr Meridian ist für Kopfschmerzen besonders anfällig.

 

Nackenschmerzen, die nach vorne ziehen haben meistens mit der Blasen-Energie zu tun. Auch um die Augenbrauen herum kann sich eine Blasen-Problematik manifestieren. Diese Art von Schmerzen hat meistens mit pathogenen Erregern zu tun, also äußeren Wind- und Wetter-Einflüssen.

 

Schmerzt die Stirn hat dies mit dem Verdauungstrakt, genauer gesagt Magen-, Dünndarm- und Dickdarm-Energie zu tun. Oft gehen diese Kopfschmerzen mit Verdauungsproblemen, wie Verstopfungen und Übelkeit Hand in Hand und treten meistens nach dem Essen auf.

 

Fühlt sich der ganze Kopf schwer und träge an und als ob man ein feuchtes Tuch um den Kopf hätte, spricht man von helmartigen Kopfschmerzen. Sie betreffen vor allem den Milz-Meridian. Der Ursprung dieser Beschwerden liegt ebenfalls in der Verdauung.

 

So wird zunächst der betroffene Meridian lokalisiert. Als nächstes wichtige Merkmal bestimmt man die Schmerzqualität, also wie sich die Kopfschmerzen anfühlen.

 

Schmerzqualität von Kopfschmerzen aus Sicht der TCM

Bewegt sich der Schmerz, ist immer an unterschiedlichen Stellen, mal da und mal dort, handelt es sich um eine so genannte Wind-Symptomatik. Diese Schmerzqualität hat mit pathogenen Einflüssen (Wind und Wetter) oder mit innerer Unruhe zu tun. Es handelt sich um einen ziehenden Kopfschmerz.

 

Führt der Schmerz zu Schwellungen, Beulen handelt es sich um eine Stagnation von Lebensenergie Qi. Dein Qi soll sich frei und ungestört in deinem Körper und Meridiansystem bewegen können, kommt es zu Stauung, entsteht Schmerz.

 

Fühlt sich der Kopf schwer und träge an, spricht man von einer Feuchtigkeitsproblematik, die mit der Milz, also der Verdauungsenergie und mit der Umwandlung von Nahrung zu tun hat.

 

Handelt es sich um einen brennenden Schmerz geht man von einem Hitze- bzw. Feuer-Zustand aus.

 

Ist der Schmerz an einer bestimmten Stelle und fühlt sich stechend bzw. bohrend an, deutet dies auf so genannte Blutstagnation. Diese kann auch durch traumatische Ereignisse hervorgerufen werden, z.B. durch Kopfverletzungen.

 

Du kennst nun die wichtigsten Kategorien von Kopfschmerz und kannst nun die genau Ursache von Kopfschmerzen bestimmen. Hierzu unterscheiden wir zwischen Fülle und Leere.

 

Fülle-Kopfschmerzen aus Sicht der TCM

Fülle-Kopfschmerzen sind

  • generell eher scharf, bzw. stechend,
  • verbessern sich bei Bewegung
  • und verschlimmern sich nach dem Essen.

 

Äußere Einflüsse

Eine der häufigsten Ursachen von Kopfschmerzen ist der Einfluss von pathogenen Faktoren, also äußeren Einflüssen. Dies hat immer mit Wind (in chinesisch: feng) zu tun. Dieser ist von Natur aus Yang, also hat er eine Tendenz in den Kopf zu steigen (Yang ist Wärme und Wärme steigt auf). Dieser äußere Wind kann verschiedene Ursprünge haben:

  • Zugluft
  • Klimaanlagen
  • offene Fenster beim Schlafen
  • Schwitzen und dann Wind ausgesetzt sein

 

Wind hat grundsätzlich eine Vorliebe für das SHAOYANG, also vor allem für den Gallenblasen-Meridian und manifestiert sich meistens in einseitigen Kopfschmerzen im Bereich der Schläfen.

 

Was kann helfen?

  • Hier ist das Kaiserkraut für die Therapie Pfefferminze. Ein Tee aus Pfefferminzblättern kann bei dieser Art von Kopfschmerz schnell Abhilfe verschaffen.
  • Außerdem solltest du darauf achten, dich in der Nacht gut zuzudecken.
  • Wichtig ist es auch dir nach dem Sport genügend anzuziehen, da Wind über die Poren eindringt und Schwitzen deine Poren öffnet.
  • Versuche klimatisierte Räume zu vermeiden.

 

Es gibt in der TCM weitere Faktoren, die pathogener Wind zusätzlich mit sich bringen kann: er geht sozusagen mit andere Faktoren wie Wind, Kälte und Feuchtigkeit Hand in Hand.

 

 

Bei einem Wind-Kälte-Angriff hat man meist Schmerzen im Nackenbereich, der dem Blasen-Meridian entspricht, vor allem beim Drehen des Kopfes. Die Blase ist in der chinesischen Astrologie ein Abbild von Kälte und ist dem Wasser-Element zugeordnet, das wiederum dem Winter entspricht. Die Schmerzen können sehr stark sein, da Kälte zusammenzieht und die Zirkulation der Energie blockiert. Bei dieser Form schwitzt du für gewöhnlich nicht.

 

Was kann helfen?

  • Dieser Art von Wind-Kopfschmerzen wirkst du am Besten mit 1 – 2 Zimtzweigen oder 1 – 2 Esslöffel frischem Ingwer, als Tee gekocht, entgegen. Ein Stück Dattel sollte immer hinzugefügt werden, um deine kostbaren Körpersäfte zu schützen.
  • Auch Glühwein kann hier Abhilfe verschaffen.
  • Südfrüchte und Joghurt sollten vermieden werden.

 

Bei Wind und Feuchtigkeit fühlt sich dein Kopf an, als hättest du ein feuchtes Tuch um den Kopf, oder einen Helm auf. Die Symptome treten oft im Sommer an feuchten Tagen oder in einem Land mit feucht-heißem Klima auf. Nicht selten werden sie begleitet von Durchfall, Schüttelfrost und Schwitzen.

 

Was kann helfen?

  • Aromatische Gewürzen, wie zB ein Tee aus Rosmarin und Thymian können Linderung verschaffen.
  • Auch das Kochen mit Basilikum, Salbei, Bohnenkraut, Rosmarin und Thymian kann hier sehr gut helfen.
  • Es sollte auf alles verzichtet werden, das Feuchtigkeit erzeugt, wie Joghurt, Südfrüchte, Zucker, etc.

 

Wurde der Kopfschmerz durch eine Verletzung bzw. ein Trauma ausgelöst fühlen sich die Schmerzen sehr stark stechend oder drückend an einer Stelle an.

 

Was kann helfen?

  • Für diese Art des Schmerzes benötigst du spezielle Kräuter, die die Zirkulation in deinem Kopf anregen, und die dir ein TCM-Therapeut verschreiben kann.
  • Außerdem kann es helfen, bewegende Öle oder Salben, wie zB Tigerbalsam aufzutragen.

 

Innere Syndrome

Nicht nur äußere Faktoren können Auslöser für Kopfschmerzen sein, auch deine Ess- und Lebensgewohnheiten haben einen großen Einfluss!

 

Bei Kopfschmerzen aufgrund von Hitze im Magen spürt man die Kopfschmerzen vor allem im Stirnbereich, oft begleitet von Zahnschmerz, Zahnfleischbluten, Nasenbluten, Mundgeruch, Übelkeit, Verstopfungen und übelriechendem Stuhlgang. Die Lippen sind sehr rot und meist geschwollen. Man hat sehr viel Heißhunger – der Magen ist heiß – diese Kopfschmerzen betreffen oft Menschen, die sehr viel Fleisch, Alkohol, scharfe Gewürze, Knoblauch und Zwiebel zu sich nehmen. Auch Stress und Leistungsdruck können die Symptome verschlimmern.

 

Was kann helfen?

  • Hier hilft zum Beispiel ein beruhigender Tee aus Kamille, Melisse, Lavendel, Pfefferminze und Ringelblumen.
  • Außerdem ist es wichtig Stress und andere belastende Faktoren zu reduzieren.
  • Scharfe/heiße LEBENSmitteln, Kräuter, Gewürze und Genussmittel solltest du stark reduzieren.

 

Bei Kopfschmerzen aufgrund von Hitze in der Gallenblase gelten die gleichen Empfehlungen wie bei der Hitze des Magens. Auch die Ursachen sind meist die gleichen. Hier kommt hinzu, dass oft sehr viele fettige Speisen, viel Knoblauch, Schokolade und/oder oft Cocktails konsumiert werden. Die Kopfschmerzen sind vor allem seitlich an den Schläfen spürbar und oft kommen noch seitliche Rückenschmerzen, Ischialgie, Hypertonie und erhöhtes Cholesterin dazu.

 

Was kann helfen?

  • Ein Tee wie bei Magen-Hitze ist zu empfehlen.
  • Besonders Stress, Zeitdruck und Ärger zu reduzieren ist essenziell.

 

Die letzte Form der Fülle-Kopfschmerzen ist Feuer in der Leber. Es handelt sich meist um zornige, cholerische Persönlichkeiten, die sich regelrecht in einem Feuer-Zustand befinden. Leber-Feuer-Kopfschmerzen sind sehr starke Schmerzen von der Schläfe bis hin zum Punkt DU MAI 20, in der Mitte des Kopfes. Oft geht dieser Zustand mit Hypertonie, Schwindel und Ohrensausen einher. Man spricht von pulsierenden Kopfschmerzen, die sich ausbreiten. Sie können sehr stark sein und mit Übelkeit einhergehen. Auch rote Augen und generell ein rotes Gesicht zählen zu den Symptomen.

 

Was kann helfen?

  • Hier ist es ganz wichtig, auf jegliche heiße Nahrungsmittel zu verzichten – Knoblauch, Zwiebel, Chili, Lammfleisch, Wildfleisch, Meeresfrüchte, Nelken, Zimt, Alkohol, etc.
  • Ein beruhigender Ringelblumen-Tee kann Wunder wirken.

 

Leere-Kopfschmerzen

Leere-Kopfschmerzen sind

  • generell eher dumpfer,
  • verbessern sich bei Ruhe
  • und verbessern sich nach dem Essen.

 

Bei Kopfschmerzen aufgrund von Qi- & Blutschwäche wird das Gehirn nicht ausreichend mit Energie versorgt. Leere-Kopfschmerzen gehen meist mit einem niedrigen Blutdruck einher, sowie einem weichen Stuhlgang und chronischer Müdigkeit und Erschöpfung. Sie verschlimmern sich nach der Menstruation, da das Blut fehlt und verbessern sich davor. Bei einem Urlaub in einem warmen Land lösen sie sich oft in Luft auf. Hier sieht man schon, es fehlt an Wärme!

 

Was kann helfen?

  • Wärmende Speisen wie Suppen, Eintöpfe, Wurzelgemüse, alles gut gewürzt, dann sind die Kopfschmerzen bald Geschichte!
  • Verzichtet werden sollte auf Joghurt, Südfrüchte und weitere kalte Nahrungsmittel.
  • Auch wenn diese Personen oft nicht ohnen ihren Kaffee können, verbessert dieser nur kurzfristig den Zustand – auf lange Sicht sollte man den Kaffee-Konsum zurückschrauben.

 

Kommt eine Schwäche der Nieren (die Nieren sind kalt) hinzu, verschlimmern sich die oben genannten Symptome. Die Kopfschmerzen werden mit Knie- und Lendenschmerzen, Kälteempfindlichkeit und häufigem, klarflüssigem Urinieren begleitet.

 

Was kann helfen?

  • Hier helfen zum Beispiel Fußbäder mit Ingwer.
  • Moxa führt direkte Wärme zu den kältempfindlichen Nieren und vertreibt die Kälte – HIER* kannst du dich genauer über Moxa informieren

 

Bei Wechseljahr-Kopfschmerzen entsteht Hitze in der Gallenblase aufgrund von Yin-Mangel der Nieren. Die Fülle ist somit nur sekundär und entsteht aus einer Leere und Erschöpfung. Mehr zu diesem Thema kannst du in meinem Blogartikel Yin-Mangel, die totale Erschöpfung lesen.

 

Was kann helfen?

  • Hier wird nicht die Hitze vertrieben, sondern das Yin und die Essenz der Nieren muss aufgefüllt werden! Dies geschieht am Besten mit chinesische Kräuterrezepturen.
  • Aber man findet auch einige Nahrungsmittel für das Auffüllen von Yin und Essenz: Nüsse und Samen, wertvolle kaltgepresste Öle, Eier und Sprossen, das alles nährt die Essenz.
  • Um Yin und Blut aufzubauen isst man am besten Kompotte, Suppen und auch tierische Produkte wie Eier, Fleisch und Milchprodukte in Maßen.

 

Kopfschmerzen nach dem Sex deuten auf eine Leere der Nieren hin. Es muss, je nachdem, das Nieren-Yang oder das Nieren-Yin gestärkt werden. Hier lässt du dich am besten von einem TCM-Therapeuten über deine Konstitution aufklären, aber du siehst, dass die TCM sogar nach dieser Symptomatik diagnostiziert ;-)

 

Hast du schon seit Jahren oder Jahrzehnten Kopfschmerzen oder Migräne, dann solltest du einen Besuch beim TCM-Therapeuten nicht hinauszögern! Durch die Umkehrung der Energie im Körper lagert sich nämlich über die Jahre TAN im oberen Bereich des Körpers ab. Als TAN bezeichnet die TCM zähen Schleim und Ablagerungen, die sich bereits verfestigt haben. Dies kann nur mit Kräuter- und Akupunkturbehandlungen über mehrere Monate behandelt werden.

 

 

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Deine Anna

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